Hauskauf-Checkliste für die Besichtigung

Stand: 26.08.2026

Bei der ersten Besichtigung siehst du die Küche, bei der zweiten die Probleme. Diese Checkliste sorgt dafür, dass du schon beim ersten Termin die richtigen Stellen anschaust — und die Unterlagen anforderst, die den Rest verraten.

Die Unterlagen, die du anforderst

Vor der zweiten Besichtigung solltest du haben:

Wer Unterlagen nicht liefert, hat entweder keine — oder einen Grund. Beides ist eine Information.

Außen: Die teuren Bauteile zuerst

Prüfpunkt Worauf achten Risiko
Dach Alter, Ziegelzustand, Rinnen, Dachboden von innen (Flecken, Licht) 25.000–50.000 €
Fassade Risse, Putzschäden, Feuchteränder, Dämmzustand 25.000–60.000 €
Fenster Verglasung (2- oder 3-fach), Alter, Dichtungen, Beschläge 15.000–35.000 €
Keller/Sockel Feuchtigkeit, Salzausblühungen, Geruch, Abdichtung 10.000–40.000 €
Entwässerung Rinnen, Fallrohre, Geländeanschluss, Drainage variabel

Der Geruchstest im Keller ist der ehrlichste Schnelltest überhaupt: Modriger Geruch bedeutet Feuchtigkeit, egal wie frisch gestrichen die Wände sind.

Innen: Technik und Substanz

Das Umfeld — was der Kaufpreis nicht zeigt

Fahre zweimal hin: einmal werktags morgens, einmal abends oder am Wochenende. Prüfe Verkehrslärm, Parksituation, Infrastruktur, Internetverfügbarkeit (Glasfaser?), Nachbarbebauung. Und den entscheidenden Punkt: Was darf nebenan noch gebaut werden? Ein Blick in den Bebauungsplan der Gemeinde zeigt, ob die freie Wiese neben dem Haus Bauland ist — dieselbe Recherche wie bei der Grundstücks-Checkliste.

Wann der Sachverständige kommt

Bei der zweiten Besichtigung, wenn das Objekt in der engeren Wahl ist. Kosten: 500–1.000 € für einen Ortstermin mit Kurzbericht. Er findet nicht nur Mängel — er liefert dir auch die Argumente für die Preisverhandlung. Wer schon beim Neubau eine Baubegleitung sinnvoll findet, braucht sie beim Bestandskauf erst recht.

Häufige Fragen

Wie viele Besichtigungen sind sinnvoll? Mindestens zwei: eine zum Kennenlernen, eine zum Prüfen — die zweite mit Sachverständigem und bei Tageslicht.

Was sagt der Energieausweis wirklich aus? Der Bedarfsausweis (berechnet) ist aussagekräftiger als der Verbrauchsausweis (abhängig vom Heizverhalten der Vorbesitzer). Beide sind Orientierung, kein Gutachten — die Heizkostenabrechnungen sagen mehr.

Kann ich den Preis verhandeln? Ja, mit Fakten: konkrete Mängel, benannte Sanierungskosten, Vergleichspreise aus dem Gutachterausschuss. Pauschale Preisdrückerei funktioniert in gefragten Lagen nicht.


Der komplette Ablauf vom Budget bis zum Notartermin: Haus kaufen.

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