Baugenehmigung: Dauer, Kosten, Ablauf
Stand: 26.08.2026
Die Baugenehmigung ist die größte Unbekannte in jedem Bauzeitplan: Zwischen 4 Wochen und 6 Monaten vergehen je nach Kommune, Verfahren und Vollständigkeit deiner Unterlagen. Wer den Einzugstermin plant, bevor er die Bearbeitungsdauer seines Bauamts kennt, plant ins Blaue.
Was sie kostet
Die Gebühr richtet sich nach den Baukosten und liegt bei etwa 0,5 % der Bausumme — bei 350.000 € Haus also rund 1.750 €. Dazu kommen:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Baugenehmigungsgebühr | ca. 0,5 % der Bausumme (800–2.500 €) |
| Bauvorlageberechtigter (Entwurfsverfasser) | im Hauspreis enthalten oder 1.500–4.000 € |
| Amtlicher Lageplan (Vermesser) | 800–1.500 € |
| Standsicherheitsnachweis / Statik | im Hauspreis enthalten oder 1.500–3.000 € |
| Nachweis Wärmeschutz (GEG) | 400–1.000 € |
Bei den meisten Hausanbietern sind Planung, Statik und Nachweise im Preis enthalten — Gebühr und Vermessung zahlst du separat. Beides steckt in den Baunebenkosten.
Die drei Verfahren
- Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren: der Regelfall beim Einfamilienhaus. Die Behörde prüft nur einen reduzierten Katalog (Bauplanungsrecht, Abstandsflächen), nicht die komplette Statik. Dauer typisch 4 Wochen bis 3 Monate.
- Reguläres Baugenehmigungsverfahren: bei Sonderfällen, Abweichungen vom Bebauungsplan oder größeren Vorhaben. Dauer 3 bis 6 Monate.
- Genehmigungsfreistellung: In vielen Bundesländern entfällt die Genehmigung ganz, wenn das Vorhaben einem qualifizierten Bebauungsplan vollständig entspricht. Du reichst die Unterlagen ein, und wenn die Gemeinde binnen eines Monats nicht widerspricht, darfst du bauen. Achtung: Freistellung heißt nicht regelfrei — du haftest voll dafür, dass alle Vorschriften eingehalten sind.
Welche Unterlagen du brauchst
- Bauantragsformular des Bundeslands, unterschrieben vom Bauvorlageberechtigten
- Amtlicher Lageplan mit Eintragung des Vorhabens
- Bauzeichnungen: Grundrisse, Schnitte, Ansichten
- Baubeschreibung und Berechnungen (Wohnfläche, umbauter Raum, Grundflächenzahl)
- Standsicherheitsnachweis (Statik)
- Nachweis Wärmeschutz nach GEG
- je nach Fall: Entwässerungsplan, Stellplatznachweis, Nachweis Brandschutz
Fast alle davon liefert dein Hausanbieter oder Architekt — deine Aufgabe ist es, den Bebauungsplan vorab zu prüfen und die Fristen im Blick zu behalten.
So beschleunigst du das Verfahren
- Vorab beim Bauamt anrufen und die aktuelle Bearbeitungsdauer erfragen. Diese eine Frage rettet mehr Zeitpläne als jede andere.
- Vollständig einreichen. Der häufigste Verzögerungsgrund ist eine Nachforderung — jede fehlende Unterlage startet die Bearbeitung faktisch neu.
- Bauvoranfrage stellen, wenn Zweifel an der Bebaubarkeit bestehen (kein Bebauungsplan, geplante Abweichung). Kostet ein paar hundert Euro und klärt die Grundsatzfrage, bevor teure Planung entsteht.
- Frühzeitig einreichen: Die Genehmigung läuft parallel zur Werksfertigung deines Fertighauses — beim Massivhaus ist sie dagegen Startvoraussetzung.
Häufige Fragen
Wie lange ist die Baugenehmigung gültig? Je nach Bundesland drei bis vier Jahre; Verlängerung ist auf Antrag meist möglich. Wer wegen der Finanzierung wartet, sollte die Frist im Kalender haben.
Was passiert bei Ablehnung? Die Behörde nennt den Grund — meist ein Widerspruch zum Bebauungsplan. Dann bleiben Planänderung, Befreiungsantrag oder Widerspruch. Genau deshalb gehört die Prüfung von Bebauungsplan und Baulasten vor den Grundstückskauf.
Muss ich den Baubeginn melden? Ja, in der Regel eine Woche vorher — zusammen mit dem Nachweis, dass die Baustelle abgesteckt ist. Danach beginnt die eigentliche Bauphase.
Die Genehmigungszeit ist Teil des Gesamtzeitplans: Bauzeit Einfamilienhaus zeigt, wie sich 12 bis 18 Monate realistisch verteilen.
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